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INGER









Wahre Würmer an Gestalt und Wesen sind die nächsten Verwandten der Neunaugen, die Inger. Sie bilden eine Familie (Myxinidae), deren Merkmale jedoch als so bedeutsam angesehen werden, daß die Forscher ihnen heute den Rang einer Unterklasse zusprechen. Linné deutete die bekannteste Art der Familie, den Inger, der auch Schleimaal (Myxine glutinosa) genannt wird, als Eingeweidewurm, und das sonderbare Tier hat in der Tat scheinbar mehr Ähnlichkeit mit einem solchen als mit einem Fisch. Die Merkmale der nach ihm benannten Gattung der Schleimfische (Myxine) sind folgende: Der rundliche Mund trägt acht Barteln, die Zunge in jeder Reihe acht oder neun knochenharte Zähne; die Augen sind rückgebildet; die Kiemenöffnungen münden unter der Haut in einen gemeinsamen Schlauch, der sich auf jeder Seite durch ein Loch nach außen öffnet; die Haut sondert reichlichen Schleim ab. Die Länge des Inger beträgt bis 40 cm; die Färbung ist ein schwer zu bestimmendes Bläulichweiß, passend zu seinem Namen "Schleimaal".

Der Inger lebt in den nördlichen Meeren, kommt jedoch auch in der Nordsee, namentlich an der oldenburgischen Küste, vor und nimmt in der Regel in großer Tiefe, wie es scheint, vorzugsweise auf schlammigem Grund seinen Aufenthalt.

© Der farbige Brehm. tewi/Softkey CD-TOP 14


Ein Wurm unter den Fischen, schmarotzt er, wie die schlimmsten Arten der Eingeweidewürmer auf und in dem Leibe seiner Klassenverwandten. Wie er es treibt, um sich seiner Beute zu bemächtigen, weiß man nicht, sondern nur so viel, daß er sich in Muskeln und Eingeweide verschiedener Schellfische und anderer Klassenverwandten einbohrt und nach und nach deren Leib bis auf Haut und Knochen auffrißt oder aufsaugt. In Ermangelung des Gesichtes bedient er sich zweifelsohne seiner Fühlfäden an den Lippen als Taster, erkundet so seine Beute, wie man annimmt am Ehesten eine solche, welche sich im Netz oder an der Angel gefangen, hängt sich mit Hilfe seines Saugmundes fest und schlüpft endlich, sei es durch Maul oder After, sei es durch ein selbstgebohrtes Loch, in das Innere des ihm verfallenen Leibes. Das ist durchaus Würmerart, und stellt sich der Inger somit in der That als Wurmfisch oder Fischwurm, als vermittelndes Bindeglied zwischen beiden Thiergruppen dar.

Die Fortpflanzung geschieht durch Eier von geringer Grösse und gelblicher Färbung.

© A.E.Brehms Illustriertes Thierleben, Bd. 5, S.810