CHRISTOPH LOOS arbeitet mit Baumstämmen, die zu Holzschnitten und
Skulpturen verarbeitet werden. Der Baumstamm ist dabei häufig
Druckstock und - durch das Abschälen von Bahnen - Träger des Bildes.
Kaum wahrnehmbare transparente Druckfarbe, durchscheinendes Licht
hinter Drucken oder in den Skulpturen, Verfallsprozesse sind in seinen teilweise
meterhohen Arbeiten und Installationen zu finden.
Iserlohn ist eine Station seiner Ausstellungsreihe »ZimZum«.
Er hat mich eingeladen, mit ihm in der Städtischen Galerie auszustellen.
codex dissolutus [Codex - lat.: (in Tafeln geschnittener) Stamm; dissolutus -
lat. : aufgelöst] war unser Arbeitstitel.
Buch, Baum, Tafel und Auflösung sind gemeinsame Motive, der Bezug zur
monumentalen Größe bildet sich von beiden Polen her aus.
Meine Installation »codex dissolutus. Über die Schwäche« besteht aus 32
Holztafeln im alten Folioformat. Ein bemaltes Baum-Blatt ist in einen negativen
Holzschnitt mit seinem Umriss eingelegt und mit Glas geschützt.
Die Hölzer sind wie in einer mittelalterlichen Pultbücherei ausgelegt.
Das aufgelöste Buch, Teil eines grösseren, das schwach sichtbare und winzige
Abbild, der brüchige Malgrund, die Bilder von menschlicher Kraft und Schwäche,
von Licht und Blendung sind Teil meiner Arbeit an einer Ästhetik des Hässlichen als Umriss des Schönen.
Das Buch von Karl Rosenkranz »Die Ästhetik des Hässlichen«
verfault auf dem Vordach der Galerie.
Herzlich Willkommen.
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