KLEIN SEIN

Ein Sand/Kästen/Museum

ID Galerie Düsseldorf 1996

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KLEIN SEIN

1996 in meiner düsseldorfer Galerie hatte ich die Möglichkeit, einen enzyklopädischen Sandkasten zu bespielen. Ich wollte auf der einfachsten Ebene einerseits jede Art von Präsentation zeigen (setzen, stellen, legen, hängen etc) und andererseits (in den Motiven und der Arbeit) so nah wie möglich an die Offenheit und innere Ruhe des Kindseins kommen, die ein Thema meiner Kunst ist.

Text vom Galerie-Flyer:

Dieser Zettel soll Ihnen – so wie dieses Museum – zur Orientierung dienen.

Der Keller, in dem eine Sammlung von bemaltem Spielzeug, Spuren des Spielens, von Kinder- und Mütterbildern aufgebaut ist wie in einem Museum, bleibt für die Ausstellung unbeleuchtet. Am Eingang finden Sie Taschenlampen und Lupen, mit denen Sie der Strömungsfigur folgen können, auf der die 32 Objekte angeordnet sind.

Versetzen Sie sich in die Zeit, als Sie klein waren – welche Wirkung Sand, Halbdunkel und die Spuren eines fremden Spielers auf Sie gehabt hätten; wie Sie dem Spiel nachgegangen wären, um sie in ihr eigenes Spiel einzusetzen: dieses Museum ist ein Sandkasten für Sie. Es zeigt im Kleinen, scheinbar Genauen die Bilder von Zerfall und Auflösung, Grobheit, Begehrlichkeit und Schwäche. Kinder unterliegen all diesem täglich, während wir bereits vergessen zu begreifen: und fürchten, klein zu sein.

Zwei Monate lang können Sie die Sockel, Vitrinen und Schilder in diesem Raum besuchen und die Dinge entziffern – dann soll die Sammlung ihrem Thema zum Opfer fallen und aufgelöst werdemn.

Das unberechenbar Geordnete der Wirbelströmung findet seine Fortführung im berechenbaren Zufall des Würfelns: die Zuordnung von Sinn und Preis nehmen Sie selbst vor – und tragen die Folgen mit der Galerie und mir.

Wenn Sie keine Spielernatur sind, finden Sie an den Objekten die Festpreise, zu denen die Werke ebenfalls erhältlich sind.